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Briefe aus Österreich an Svante Arrhenius

Viktor Rothmund an Arrhenius, 21. Jänner 1897, München:

Ebenso habe ich vom Tod Deines Landsmannes Nobel gehört und von seinem grossartigen Testament. Das wird nächstes Jahr eine Aufregung geben, wer die verschiedenen Preise bekommt. Der Röntgen wird sich wohl ärgern, dass er nicht ein Jahr später daran war mit seiner Entdeckung!
(Kernbauer, Arrhenius, 146)

Ignaz Klemenčič an Arrhenius am 17. April 1897, Innsbruck:

Was mich sehr interessirt hat, war das, dass Nernst und Riecke in Göttingen gar nicht harmoniren. Nernst soll ein sehr böser Herr sein. Da sollte man, glaube ich, doch noch die zweite Seite hören.
(Kernbauer, Arrhenius, 148)

Ignaz Klemenčič an Arrhenius, 26. Dezember 1897, Innsbruck:

Nernst arbeitet und wirkt wie eine Dampfmaschine. Das Centrum der physikalischen Chemie scheint gegenwärtig doch in Göttingen zu liegen.
(Kernbauer, Arrhenius, 160)

Ignaz Klemenčič an Arrhenius, 7. Dezember 1898, Innsbruck:

Die Idee von Petersson scheint uns beiden wirklich nicht recht ausführbar zu sein. Es wäre ja in der That sehr verlockend, einige Zeit in Stockholm zu weilen und gut zu arbeiten; doch schon der blosse Gedanke, dass man schliesslich doch nicht für würdig befunden werden könnte, würde vielleicht manchen zurückhalten, dem Rufe zu folgen. Viel annehmbarer scheint uns in der That Dein Vorschlag zu sein, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Es sollte darnach Aeropag mit allen Mitteln ausgestattet werden, um die Arbeiten nachzuprüfen und schliesslich über den Werth zu entscheiden. Das würde nun allerdings die wissenschaftliche Forschung nicht bloss durch die Zuerkennung von Belohnungen, sondern auch durch die sich hieran knüpfenden Untersuchungen ausserordentlich fördern.Bei so wichtigen Fragen muss man sich freilich die Sache gründlich überlegen, und das werdet Ihr gewiss auch thun; unter allen Umständen aber kann man Euch nur gratuliren, dass Ihr durch das Vermächtnis Nobels in eine so angenehme Lage versetzt worden seid, über Institutionen nachzudenken, die für den Fortschritt der Wissenschaft von der grössten Bedeutung sein werden.
(Kernbauer, Arrhenius, 179)

Ludwig Boltzmann an Arrhenius, 2. Jänner 1905, Wien:

Ich hatte schon in der Zeitung gelesen, dass Sie die Stelle in Berlin abgelehnt haben und dass nun Nernst sie angenommen hat; da dachte ich wohl gleich, dass Ihnen die Leitung des Nobelinstituts zugesagt worden ist. Ich gratulire Ihnen auch, dass Ihnen in Berlin eine so hervorragend schöne Stelle angeboten wurde. Die Berliner fangen jetzt doch auch an, recht nobel zu werden. Ich finde dass (!) sehr geziemend, dass man solche, die in der Wissenschaft hervorragendes geleistet hat (!), auch auf besondere, ihrer Individualität angepaßte Posten beruft und nicht schon alles gethan zu haben glaubt, wenn man sie als Zugochsen zum weiter Schieben des Karrens der gewöhnlichen Vorlesungen benutzt.
(Kernbauer, Arrhenius, 208)

Franz Streintz an Svante Arrhenius, 25. Dezember 1910, Graz:

Hast Du die berühmte Walpurgisnacht am Schlossberge, bei der Nernst eine ebenso heitere wie alkoholische Rolle spielte, noch im Gedächtnis? ‚Ich sitze auf einem Steine, bin ein böser Geist und bleibe so lange unerlöst, bis meine Dame mir aus den Händen diesen Dattelkern (o dieser Schmutzian !) entnimmt.’
(Kernbauer, Arrhenius, 230)

Literatur: Alois Kernbauer, Svante Arrhenius’ Beziehungen zu österreichischen Gelehrten. Briefe aus Österreich an Svante Arrhenius (1891-1926) (= Publikationen aus dem Archiv der Universität Graz 21) Graz 1988.

Alois Kernbauer, Zur Institutionalisierung der Physikalischen Chemie in Österreich um die Jahrhundertwende. Mit besonderer Berücksichtigung der Universität Graz, in: Mitteilungen der Österreichischen Gesellschaft für Geschichte der Naturwissenschaften 2 (1982) 75-89.

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